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Idee sucht Mitglieder und anders herum

Es muss ja nicht gleich der komplette Aufbau einer Community rund um ein anvisiertes Produkt sein. Es gibt eine Vielzahl von Plattformen, die genau darauf abzielen: “Projektidee sucht Beteiligung”. Eine Sorge, nämlich die der technischen Umgebung für das gemeinsame Treffen, ist dann also vom Tisch.

Dabei geht es zuerst mal um den Kontakt, bis hin zum gemeinsamen arbeiten, gestalten, etc. ist es dann noch ein weiter Weg. Auch die Zielrichtungen der Plattformen variieren stark: So geht es bei Projektwerk.de vor allem um die Ausschreibung und Vergabe konkreter Projekte. Die Plattform wird auch rege zum Personalrecruiting genutzt. Realisr.com ist da etwas “luftiger”, ein virtuelle Arbeitsumgebung gibt es inklusive, allerdings fraglich, was von den bisher platzierten Projekten zu halten ist.

unisolarIdealistisch wird es dann bei Synagieren.de, die Projekte hören sich schon ziemlich konkret an.

Für kleine und mittlere Unternehmen jenseits von IT interessant ist wohl am ehesten die Technologiebörse der IHK, einzig die reichhaltigen Inhalte fehlen für ein ultimatives Ideenerlebnis.

Was uns beschäftigt: Wie müsste eine solche online-Plattform aussehen, dass sie für kleine und mittlere Unternehmen interessant ist, die sich nicht gerade mit IT, web2.0 u. ä. beschäftigen? Oder sind es wieder nur diese Unternehmen, die die dazu erforderliche Internetaffinität mitbringen?

Uebertagbarkeit von Open Source und Open Innovation

Aha, es scheint einen Unterschied zwischen „Open Innovation“ und „Open Source Innovation“ zu geben. Letzteres kommt von dem aus dem Softwarebereich bekannten Phänomen des „Open Source“, von vielen Experten gemeinsam programmierte Anwendungen, deren Code offen und damit veränderbar für jeden ist. „Open Source Innovation“ ist laut den Vortragenden auf dem ITAForum, Prof. Dr. Cornelius Herstatt und Dr. Christina Raasch von der Universität Hamburg-Harburg, noch ein Stück radikaler als „Open Innovation“: Hier geht es nicht „nur“ um die Öffnung des Innovationsprozesses hin zu externen Partnern und die Verwertung von Teilergebnissen und Nebenprodukten aus dem Innovationsprozess, Bei „Open Source Innovation“ muss der zentrale Code offengelegt werden. Für Produkte, die nicht digital sind heißt das dann zum Beispiel Designvorlagen, CAD-Zeichnungen, Schnittstellenbeschreibungen, etc.

Was ist dabei aber der Nutzen für Unternehmen?

Open Source Innovation bietet die Möglichkeit für Unternehmen, auf das Wissen anderer zurück zu greifen, wenn sie selber nicht mehr weiter kommen. Allerdings braucht man zusätzlich die Kompetenz virtuell einer persönlich nicht bekannten Gruppe von Menschen klar zu machen, dass es sich um eine Problemlösung mit Potenzial handelt – inklusive der Einrichtung einer entsprechenden Kommunikationsumgebung wie einer Communityplattform u. ä. Da muss die Problemlösung wirklich nicht anders beschaffbar sein!

Interessant das Beispiel des Mobiltelefons Openmoko Om 2008. Hier scheint die Open Source Entwicklung gleichzeitig einen Markt geschaffen zu haben: „Die Beteiligten wollen es selber haben“ – ist das evtl. auch interessant für kleine und mittlere Unternehmen, entsprechende Communities abzuklappern und als Produzent einzusteigen? Das physische Produkt hat dann natürlich seinen Preis, Markt inklusive.

Da kann sich aber jede/r selber ein Bild auf der Webseite www.open-innovation-projects.org machen, einer umfangreiche Sammlung von Open Source Innovationen.

Was mich noch nicht ganz überzeugt hat sind die Business-Modelle um diese Projekte, da scheint es noch wenig schlüssiges zu geben.

Open Source Innovation also vor allem als Ideenlieferant? Hm, geht das Konzept wirklich nachhaltig auf?

PS: Warum im Vortragstitel dann nur „Open Innovation“ genannt ist, hat mir nicht eingeleuchtet. Überhaupt scheinen auch die Experten diesen Begriff immer wieder als Synonym mit dem Open Source-Phänomen zu verwenden – obwohl es ja offensichtlich Unterschiede gibt.