Mit Kreativitaet neue Maerkte erreichen
Macht die Kunst sich zum Diener des Kommerz? Mit Recht löst die zunehmende Kommerzialisierung der Kunst in Teilen der Kultur- und Kreativwirtschaft ein großes Misstrauen aus. Die Option, Kunst und Kultur als Ware zu sehen, hebelt an einem Grundbedürfnis der Kultur- und Kreativwirtschaft: die Unabhängigkeit. Interessen der Abnehmer, die dem kreativen Produkt den Stempel der eigenen Interessen aufzudrücken wollen, erregen Widerstand.
Allerdings ist das Phänomen nicht neu, so stellte schon Mondrian sinngemäß fest, dass die Kunst für das Geld streng zu unterscheiden sei von der Kunst für die Kunst. Das wofür er letztendlich bekannt geworden ist, ist die Kunst für die Kunst. Ist es also eher eine Sache, wie Kreativschaffende sich neben der Kunst für’s Geldverdienen auch noch den Freiraum für die „wirkliche“ Kunst schaffen? Eine Gratwanderung, die die Wenigsten schaffen.
Also doch einen Blick darauf werfen, mit welchen (neuen) Vorgehensweisen mit dem eigentlichen künstlerischen Produkt neue Märkte erreicht werden können? Heißt das für die Kultur- und Kreativwirtschaft in gewissem Umfang eine „neue Sprache“ zu lernen? Die Sprache der Betriebswirtschaft, die Sprache der Bank
er und des Marketing und vielen anderen?
Wie immer in Übergängen und Veränderungen geht es wahrscheinlich vor allem darum, die Regeln der Anderen zu kennen und dann zu entscheiden, was angenommen, was angepasst werden muss und was überhaupt nicht zutrifft.
Gedanken dazu machen sich „Die Ideenmacher“.
Ein Thema ist hier das Überleben (s. Konferenz „Überleben in den Creative Industries, November 2009, Prater, Berlin). Oder Überlebensstrategien? Spitze Zungen könnten behaupten „Darum geht es in der Automobilindustrie auch!“ Die Frage ist nur: Wer von beiden ist zukunftsorientierter? Und da braucht die Kultur- und Kreativwirtschaft den Vergleich nicht zu scheuen. Das Bewusstsein für die Zukunftsfelder dieser Branche scheint sich aber gerade erst zu entwickeln. Innerhalb und außerhalb der Kultur- und Kreativwirtschaft.
Dieter Puchta in "Krative gründen anders!" glauben kann, dann hat die Kreativindustrie im Jahr 2004 miit 58 Mrd. Euro zur Bruttowertschöpfung beigetragen, die Automobilindustrie lag mit 64 Mrd. Euro nur knapp darüber.