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Mit Kreativitaet neue Maerkte erreichen

Macht die Kunst sich zum Diener des Kommerz? Mit Recht löst die zunehmende Kommerzialisierung der Kunst in Teilen der Kultur- und Kreativwirtschaft ein großes Misstrauen aus. Die Option, Kunst und Kultur als Ware zu sehen, hebelt an einem Grundbedürfnis der Kultur- und Kreativwirtschaft: die Unabhängigkeit. Interessen der Abnehmer, die dem kreativen Produkt den Stempel der eigenen Interessen aufzudrücken wollen, erregen Widerstand.

Allerdings ist das Phänomen nicht neu, so stellte schon Mondrian sinngemäß fest, dass die Kunst für das Geld streng zu unterscheiden sei von der Kunst für die Kunst. Das wofür er letztendlich bekannt geworden ist, ist die Kunst für die Kunst. Ist es also eher eine Sache, wie Kreativschaffende sich neben der Kunst für’s Geldverdienen auch noch den Freiraum für die „wirkliche“ Kunst schaffen? Eine Gratwanderung, die die Wenigsten schaffen.

Also doch einen Blick darauf werfen, mit welchen (neuen) Vorgehensweisen mit dem eigentlichen künstlerischen Produkt neue Märkte erreicht werden können? Heißt das für die Kultur- und Kreativwirtschaft in gewissem Umfang eine „neue Sprache“ zu lernen? Die Sprache der Betriebswirtschaft, die Sprache der BankDie Ideenmacherer und des Marketing und vielen anderen?

Wie immer in Übergängen und Veränderungen geht es wahrscheinlich vor allem darum, die Regeln der Anderen zu kennen und dann zu entscheiden, was angenommen, was angepasst werden muss und was überhaupt nicht zutrifft.

Gedanken dazu machen sich „Die Ideenmacher“.

Woher, wohin mit der Creative Industry?

Wo ist sie eigentlich, die „Branche“ der Kultur- und Kreativwirtschaft? Wenn man sich die in der Definition enthaltenen Unternehmen im Kulturwirtschaftsbericht der Bundesregierung von 2009 anschaut, dann merkt man schnell, dass man permanent mit Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft zu tun hat – diese nur bewusst nicht in diese Ecke gesteckt hat. Der Drucker für die Visitenkarten, die Werbeagentur für den neuen Logoentwurf. Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft also Unternehmen wie jedes andere?

Wohl nicht ganz. Auch wenn jede Branchendefinition immer wieder ein Zahlenexperiment ist, gibt es doch im Kern eigene Spielregeln und Dynamiken, die sich von anderen Branchen unterscheiden. So auch in der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Konferenz Überleben in den Creative IndustriesEin Thema ist hier das Überleben (s. Konferenz „Überleben in den Creative Industries, November 2009, Prater, Berlin). Oder Überlebensstrategien? Spitze Zungen könnten behaupten „Darum geht es in der Automobilindustrie auch!“ Die Frage ist nur: Wer von beiden ist zukunftsorientierter? Und da braucht die Kultur- und Kreativwirtschaft den Vergleich nicht zu scheuen. Das Bewusstsein für die Zukunftsfelder dieser Branche scheint sich aber gerade erst zu entwickeln. Innerhalb und außerhalb der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Sind wir also gespannt, welche Strategien, Herangehensweisen und auch welche Sprache sich bei der Erschließung der Zukunft weiter entwickeln werden.

Auf jeden Fall ist spürbar: Das Feld ist auf dem Weg zu einem neuen Selbstbewusstsein – und das ist gut so.

Abwrackpraemie fuer die Kreativwirtschaft

Wenden wir uns einem weiteren innovativem Potential zu, der Kultur- und Kreativwirtschaft. Wenn man Kreative gründen anders! Dieter Puchta in "Krative gründen anders!" glauben kann, dann hat die Kreativindustrie im Jahr 2004 miit 58 Mrd. Euro zur Bruttowertschöpfung beigetragen, die Automobilindustrie lag mit 64 Mrd. Euro nur knapp darüber.

Da stellt sich doch die Frage: Warum gibt es die Abwrackprämie nicht für kreative Produkte. Im Sinne von "schreddern Sie Ihren ollen Schinken an der Wand, erwerben Sie ein Original und erhalten damit einen Gutschein vom Staat!"

Untersuchungen zufolge soll das Wachstumspotenzial dieses Wirtschaftszweiges dreimal so hoch wie des gesamten deutschen Bruttoinlandsproduktes liegen, und damit sicher höher als das Wachstumspotential der Automobilindustrie. Da soll sich einer mal auskennen  in der deutshcen Subventionspolitik!!