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Virtuelle-visuelle-digitale Kreativitaet: Wege zur Akzeptanz, Etablierung und Foerderung digitaler Kreativitaet

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Kreativität und Innovation? ein erster Versuch (ohne sich in theoretischen Exkursen zu verlieren): Innovation ist dann eine Innovation, wenn die Idee ihre konkrete Anwendung erreicht hat. Kreativität ist  das Finden neuer Lösungen. Kreativität selber kommt an verschiedensten Stellen des Innovationsprozesses zum Einsatz, der gesamte Innovationsprozess ist aber nicht unbedingt immer kreativ.Kribbeln im Kopf

Und welche Rolle spielen digitale Medien dabei? Medien sind Werkzeuge der Kreativität. Sie ermöglichen neue Zugänge zu Ideen, neue Anregungen auf der Lösungssuche zu bestimmten Problemstellungen.

Das würde dann also heißen: Um eine erweiterte Innovationskultur (z. B. im Unternehmen) zu schaffen, bedarf es der Medienkompetenz der Mitarbeitenden und Geschäftsführungen, damit sie diese (neuen) Werkzeuge auch für den Innovationsprozess nutzen können. Also gut, packen wir es an…

Buchtipp: Kribbeln im Kopf von Mario Pricken

Auf nach St. Virgil zur Konferenz E-Creativity und E-Innovation

Zwei Tage vor mir, in denen ich Erkenntnisse und Ideen zur Rolle von Neuen Medien in Innovationsprozessen hautnah miterleben kann. Die 5. EduMedia Fachtagung öffnet heute ihre (nicht nur digitalen) Pforten.

edumediaUnd so habe auch ich mich zu einem (für mich neuen) Experiment entschieden: Ich werde versuchen (fast synchron) zu den einzelnen Inhalten und Erkenntnissen der Konferenz mit zu bloggen. So kann vielleicht der/die ein oder andere Teile der Konferenz virtuell und etwas zeitverzögert mit verfolgen. Natürlich subjektiv gefärbt, um Objektivität will ich mich gar nicht erst bemühen.

Was mich wie immer am meisten interessiert ist der Austausch rund um Innovationsprozesse und vor allem konkrete Anwendungen und Methoden. Da ist mir gleiche die erste Leitfrage ins Auge gefallen: Wie beeinflusst das partizipative Internet (Web 2.0) die Generierung neuen Wissens und wie verändern sich Kreativitäts- und Innovationsprozesse?
Ist das nicht die Diskussion rund um „Open Innovation“? Zumindest für einen Teil.  Gespannt bin ich da auf konkrete Anwendungsszenarien in kleinen und mittleren Unternehmen.

Und noch eine der Leitfragen hat mein Interesse geweckt: Welche digitalen Werkzeuge und welche physische Umgebung fördern Kreativität und Innovationskompetenz in besonderer Weise?
Das hört sich fast so an, als ob Kreativität und Innovation ein Synonym sind?! Ok. Kreativität ist die wesentliche Quelle  für (neue) Ideen. Gehört zu Innovation, also die am Markt erfolgreiche Dienstleistung und das Produkt nicht mehr dazu?

Soviel zum Vorspann. Bis dann in St. Virgil…

WissensWert Blog Carnival Nr. 3: …bis dann in facebook

Was passiert, wenn sogenannte „Digital Natives“ – die mit den digitalen Medien und dem Internet Aufgewachsenen, auf die Arbeitswelt im Unternehmen treffen? Diese Frage stellen die Autoren Andrea Back und Matthias Rohs im WissensWert Blog und starten damit das 3. Blog Carnival (was auch immer das ist, irgendetwas wie eine Sammlung von thematischen Blogbeiträgen).

Meine Antwort: Es entstehen Irritation, auf beiden Seiten, und das ist gut so. Die Irritation zeigt sich oft in Abstimmungsprozessen, so zumindest meine Erfahrung.

Der intuitive Umgang mit den unterschiedlichsten Kanälen der Kommunikation, mal SMS, mal über die Community wie facebook oder xing usw. wird auch ins Arbeitsleben hinein genommen. Entscheidung ist aber zunächst mal dem Management vorbehalten. Spannend also, wenn schon wenige Stunden nach einem Meeting ein Teil der Meinungsbildung virtuell abgeschlossen ist, der Rest, sprich die teilweise ältere Führungsebene, sich aber erst im Laufe der nächsten Tage über Mail und Telefon mit einklinkt.

Durch Irritationen kommen aber auch Veränderungen in Gang. Digital Natives also als Chance für die Erneuerung der Unternehmenskultur. Eines aber muss wohl von den Angehörigen beider Pole mitgebracht werden: Geduld. Das ist die Herausforderung für die an lichtschnelle Bits gewöhnten Eingeborenen ebenso wie für erfahrungsschwangere face-to-face Netzwerker.

Ich selbst zähle mich übrigens zu den Bewohnern auf der Zwischeninsel: aufgewachsen mit Papier und dann fasziniert von der digitalen Welt diese zu einem Großteil zum Beruf gemacht. Hier auf der Insel ist übrigens auch noch genug Platz…

Wissen, in was man nicht gut ist!

Genau das scheint vor allem kleinen und mittleren Unternehmen häufig schwer zu fallen. Natürlich ist man hier schneller am Rechnen, wievel Geld man einspart, wenn man z. B. das Marketing eines neuen Produktes doch lieber selber entwirft. Was dabei herauskommt ist selten vertrauenserweckend.

Ich glaube, dass in Innovationsprozessen genau diese Stelle, “das Wissen um die eigenen Grenzen”, essentiell ist. Wann ziehe ich mich als Geschäftsführung zurück und überlasse das Feld meinem Team mit seinen speziellen Kompetenzen? Wann kaufe ich mir von außen noch weitere Kompetenzen dazu, mit dem Wissen, dass es langfristig schneller zum Erfolg führt als eine hangestrickte Lösung?

Venture VoiceDiese Erkenntnisse lassen sich auch nachhören in einem, wie ich finde hervorragenden Podcast von Gregory Galant in Ventur Voice: #54 - Tim Westergreen of Pandora, ein Interview mit dem Gründer des Internetradios “pandora“. Auf der Webseite finden sich eine Vielzahl von Interviews - Lernen von den Erfahrungen anderer ist hier garantiert!

Die Community pflegen

noch einen Nachtrag aus dem letzten Jahr:

ich hatte ein Interview mit babbel angekünfigt, das bisher aus Zeitgründen noch nicht stattgefunden hat. Nun bin ich aber im Blog dieses Unternehmens auf ein Interview gestoßen, in dem das Unternehmen Einblicke in seine Geschichte gewährt.

babbel blogWas ich besonders interessant mit Blick auf neue Ideen fand: Im letzten Abschnitt gehen die Interviewten auf die Bedeutung der Community für ihre eigene Weiterentwicklung ein:

BB: Where do you think Babbel is going? Where do you see it in 2010?

SR: This year we tested a lot, Babbel grew. Before we were only five, and now we’re twelve with a lot of freelancers. I think what we tested is that the community is very important and still very important. .. this fun factor is very important and we will keep on doing that. With users uploading their own pictures so they’re involved, but also – content that is really serious and … “Babbel approved”. You can really go away, shut your computer down and say, I learned something and in a week I’ll remember it. It’s really a serious matter too.

UK: And maybe we’re going to have more user-generated content someday. That people build their own exercises and put them online, then you have a picture from the person and other users can vote if it’s a good tutorial or a bad one. Everyone can build material like us. Everyone can play teacher.

SR: As I said before, we have people from the community who come from all over the world, and the fact that you go to another country and learn how you speak there in that country… if it’s user-generated content then they will say, well if you come to my country and order something in a restaurant, you have to say these kinds of words.

Ganz wichtig: so eine Community will gepflegt werden! Wer sich das Interview im Original anschauen will, wird hier fündig >>

Forschung und Entwicklung (F&E) auslagern

Open innovationDer Gedanke hat Charme: eine ganze Abteilung, die sowieso nur Geld kostet einfach auslagern. Das ist laut Henry Chesbrough, Open Innovation: Researching a New Paradigm (2006, S.2 f) einer der Auslöser, die zur Diskussion um „Open Innovation“ geführt hat. Der Haken an der Sache ist, dass damit auch die Ideen flöten gehen, bzw. man sich ernsthaft darüber Gedanken machen muss, wie man diese ausgelagerten Ideen trotzdem im Unternehmen hält.

Weitaus plausibler erscheint da das Argument, dass relevantes Wissen weit verteilt auch außerhalb den eigenen vier Unternehmenswänden zu finden ist. Und dass es zum Kern des Innovationsmanagements gehört, auch diese verteilten Wissensressourcen zu erschließen.

Da stellen sich mir zwei Fragen:

1.) Heißt Open Innovation dann, eine Herde „verrückter Enthusiasten“ und Idealisten zu kostenfreien Beiträgen wie z.B. die Programmierung einer Software zu bringen? Wenn ja, wie lange werden die das mit sich machen lassen?

2.) Oder ist Open Innovation ein durchlässigerer Prozess als in der Vergangenheit, bei dem mal hier ein selbständiger Unternehmensableger und dort eine Lizenz herausspringen kann, bevor es zum eigentlichen Produkt kommt? Dann ist wohl in den Unternehmen zusätzlich unternehmerisches Denken gefordert.

Demnächst: Interview zu Open Innovation mit Hendrik Send, Mitarbeiter am Innovationszentrum für digitale Kommunikation (IDK), Berlin

Leute die mitziehen!

konrad stadler“Innovationsfaktor Mensch” war die heutige Veranstaltung der IHK Ostbrandenburg mit so hochkarätigen Rednern wie dem Unternehmensberater Konrad Stadler aus München und dem Brandenburger Unternehmer Patrick von Herzberg betitelt. Abgesehen von einem zu Monologen neigenden Publikum eine sehr inspirierende Zusammenstellung. Den Menschen als Faktor zu bezeichnen fällt mir allerdings etwas schwer. Täuscht das doch vor, man könne den Menschen wie einen Faktor x behandeln: „Nehmen Sie Ihren Umsatz plus der Anzahl Ihrer Innovationen pro Jahr multipliziert mit dem Faktor Mensch = 3,7 MioMensch“ Und was soll das sein?!! Aber der Mensch mag es nun mal in überschaubar abgepackte Größen, sobald eine Situation zu komplex zu werden droht. Lassen wir ihm den Spaß!

herzbergDa scheint mir doch die Antwort des Unternehmers Patrick von Herzberg auf meine Frage, was er als entscheidenden Erfolgsfaktor bei der Einführung von Innovationen sieht, als deutlich näher an der Lebenswirklichkeit: „Leute die mitziehen und selbstverantwortlich Probleme lösen!“.

Überhaupt sehr überzeugend, wenn man sich als Unternehmensleitung vor allem als Rahmengestalter der Prozesse im Unternehmen sieht – fachlich sind die Mitarbeiter meistens eh viel besser.