Frauen in die Aufsichtsraete!

Irgendwie kommt Deutschland nicht recht aus dem Quark - zumindest was den Anteil von Frauen in den Führungsetagen angeht. Klar: Das ist nichts, was man mal schnell mit einem Fingerschnippen ändern kann. In eine Führungsrolle muss Frau (und Mann) herein wachsen. Allerdings: Wo ein Wille auch ein Weg und der scheint, so stellen einschlägige Studien fest, wohl doch noch nicht so ausgeprägt zu sein.

Dabei müssten gerade Menschen, die gerne auf Zahlen, Daten, Fakten schauen ein Interesse an einer Änderung des Zustandes haben. Heterogene Teams sind wesentlich leistungsfähiger als homogene Teams.

Nun, da es wohl noch etwas mehr “Schubsen” braucht, um hier einen Schritt (auch im Sinne der Wirtschaft) weiter zu kommen, kann man (und frau) diese Unterschrifteninitiative, mit der eine Quote bei den Aufsichtsräten der börsennotierten, mitbestimmungspflichtigen und öffentlichen Unternehmen gefordert wird (Berliner Erklärung) nur unterstützen.

Also: Alle hin zur Unterschrift, ziehen wir gemeinsam den Karren aus dem Dreck!

Wachsende Infrastruktur

smartphone Neue Produkte oder Dienstleistungen entstehen häufig dort, wo man am wenigsten damit rechnet: In einer Sichtlücke, einem Blinden Fleck, den bisher niemand beachtet hat. Sie gedeihen aber auch wunderbar dort, wo ein neuer Boden ausgebracht wird: Auf neuen Strukturen, Infrastrukturen. Dazu gehört zweifellos die zunehmende Ausstattung der Endverbraucher mit Mobiltelefonen. Dies vereint zunehmend wichtige Aktivitäten des Alltag in sich: Überweisungen, Bezahlfunktionen, Fotos, Unterhaltung - ach ja, und natürlich Telefonieren. In einer Studie von Oracle vom Oktober 2011 steht es schwarz auf weiß: 70% der befragten Kunden nutzen Smartphones. Hier hat die Nutzung von Apps das Telefonieren schon fast eingeholt, 38% der Nutzer geben an, dass Ihre Nutzung von Apps in den letzten 12 Monaten zugenommen hat, für 39% das Telefonieren. Die Nase vorn hat die Datennutzung mit 47%.

Neues Futter fuer Querdenker - oder doch nicht?

Wie hatten es ja schon davon: Querdenker sind unbequem, eben auch für Unternehmen. Dies bekommt jetzt auch noch neues Futter Tuch eine Studie der Unternehmensberatung “Die Ideologen”. Entsprechend ergreifen Unternehmen “Gegenmaßnahmen”: Querliegende Ideen versickern in der Unternehmenskultur, es gibt keine wirkliche Motivation im Management, etwas aus diesen Ideen zu machen oder man wartet schlicht ab, ob was kommt - und entscheidet sich dann. Nur blöd, wenn das alle so machen!Neuronen

Und das, obwohl Unternehmen beobachten, dass der Druck am Markt, Neues hervorzubringen ständig wächst.

Die gute Nachricht: Immer mehr Unternehmen versuchen es zumindest mit einer positiven Innovationskultur:

1.) Sie identifizieren kreative Köpfe,

2.) sie halten diese im Unternehmen und

3.) sie halten diese aus!

Mehr zu den Zahlen/Daten/Fakten von Innovationskultur in deutschen unternehmen finden Sie in der Rezension der Studie >>

Mit Kooperation innovieren!

Da hat sich das online-Magazin “changeX” ein feines Thema ausgesucht: “Soziale Innovation“. Viel davon erinnert an das breite Themenfeld des Change Mangements, einiges aber verschiebt die Blickrichtung - in einer, meiner Ansicht nach, überfälligen Art und Weise: Innovationen beinhalten neben einer unzweifelhaft technologischen Perspektive auch eine soziale. Ohne “Kooperation, Lernen und Selbstorganisation” (Bernhard von Mutius) fällt es schwer, aus Ideen und Ansätzen wirkliche Innovationen (am Markt) zuinteraktionverwirklichen. Und dass dies gerade auch für kleine und mittlere Unternehmen ganz konkrete Bedeutung hat, zeigt folgendes Beispiel: Verschiedene Unternehmen schließen sich entlang einer Technologie, einer Wertschöpfung zusammen, um Kräfte zu bündeln und ihre Kompetenzen auf eine breitere und schlagkräftigere Basis zu stellen. Und wie soll das, bitte schön, ohne Kooperationskompetenz und Selbstorganisation funktionieren? Kaum, oder allenfalls als Makulatur auf dem Papier!

PS: Vielleicht sind es ja genau diese Kompetenzen zur sozialen Innovation, die Querdenker/innen mitbringen.

Werkzeuge fuer Querdenker

querdenker mausEtwas macht mich stutzig, bei den Beschwerden der Querdenkerfahrungen: Eigentlich gehört es doch quasi mit zum „täglichen Geschäft“ einer Querdenkerin oder eines Querdenkers auf Widerstände zu stoßen, das bringt Querdenken so mit sich – oder ist jemand schon mal „quer durch den Wald gelaufen“ ohne hängen zu bleiben, zu stolpern, störende Äste über dem Weg? Wohl kaum! Stellt sich also die Frage, warum die Querdenker, die sich da zu Wort melden, bisher keine Strategien im Querdenkerkoffer integriert haben, genau mit solchen Situationen umzugehen? Denn Querdenken per se bringt nicht immer bessere Ergebnisse. Erst im Kontext mit anderen (auch traditionellen) Gedankengängen kann durch Querdenken Neues und Besseres hervorgebracht werden. OK, es gibt immer zwei Seiten der Medaille: Nicht nur an die Adresse der Querdenker geht die Aufforderung eines neuen Umgangs mit andersartigen, neuen, querliegenden Gedanken. Wer sein Unternehmen innovativ halten will (in bestimmten Märkten) muss sich Gedanken machen wie er Querdenken im Unternehmen etabliert.

Querdenken - wo?

Stichwort Querdenken, heute herausgefischt aus einem Artikel der ZEIT vom 08.01.2011 – mit durchaus ernüchternd kritischen Rückmeldungen in den Kommentaren: Unternehmen wollen (theoretisch) Querdenker, tun (praktisch) aber nichts dafür. Kann sein, kann aber auch nicht sein. Denn mal ganz nüchtern die Frage: Macht Querdenken überhaupt Spaß in einem Umfeld, das solches (Querdenken) nicht erwünscht? Dann sich doch lieber gleich ein anderes Feld suchen, das Querdenken zulässt. Denn eines Querdenkerist so sicher wie das Amen in der Kirche – Eine Kultur des Querdenkens lässt sich schwer verordnen, maximal lässt sie sich leben. Und wo finden sich solche Räume des Querdenkens? Fragen wir Google – und landen auf der Webseite http://www.raum-zum-querdenken.de der Uni Bielefeld, Eigenwerbung, allerdings mit wirklich interessanten Bildkompositionen: zumindest sind sie bereit etwas in den „Titel“ „Querdenken“ zu investieren. Und vielleicht tragen diejenigen an der Uni, die in den Genuss des Querdenkens gekommen sind diese Kultur in die Unternehmen, in ihre ersten Arbeitsstellen. Hoffnung für die Zukunft des Querdenkens also?

Ideenfroesche

Kiss Your IdeasDa gibt es also ein neues Buch zum „Ideenmanagement“ (Renate Söffing, Kiss Your Ideas). Ich gebe gleich zu: Ich habe es nicht gelesen, was mich nach der Rezension auf changeX allerdings nachdenklich macht ist das „Management“ dabei: Es hört sich an, als ob sich Ideen managen ließen – Schublade auf, Idee einsortiert – Ablagemanagement. Ist es wirklich das „System“ das Ideen zum blühen bringt oder ist es nicht vielmehr die Kultur, die Ideen den richtigen Boden zum Wachstum bereiten?

Es ist die Kultur Fehler machen zu dürfen – und daraus zu lernen. Es ist die Kultur andere Sichtweisen zu „hören“ und zu Wort kommen zu lassen, es ist die Kultur, auch mal richtig verrückt und quer zu denken. Klar, da hat „Management“ einen gravierenden Einfluss drauf, allerdings eher über die Persönlichkeit und Sozialkompetenz der Führungskräfte (und nicht nur derjenigen im Top-Management) und nicht über ein technokratisches System zum Management von Ideen.

Zwei Welten

Berlin, Radialsystem, gestern. Wirtschaftssenator Wolf wurde auf der Veranstaltung „Zwei Welten . eine Zukunft, Kreativwirtschaft trifft Informationstechnologie“ gefragt, ob er denn wisse was „Design Thinking“ sei. Seine Antwort sinngemäß: Für ihn sei das, wenn interdisziplinäre Teams ihre Kompetenzen zusammen legen, neues Schaffen, Innovationen hervorbringen, so wie es eben zwischen den Bereichen Kreativwirtschaft und Informationstechnologie zu beobachten sei. Nun muss nicht jeder wissen, was genau „Design Thinking“ ist. Ganz sicher gehört Interdisziplinarität dazu. Was aber auch dazu gehört, sind die Bedarfe des Kunden. Warum, wird gerade das in der Aufzählung vergessen? Meiner Ansicht nach ist das symptomatisch für eine breite Denke hier im Lande: Die Technologie, das Produkt zuerst – und dann der Kunde. Nur: wollen die Kunden das Produkt überhaupt??

Wie zur Bekräftigung merkte Herr Wohlrab vom SIBB e. V. an: „Bei der Suche nach geeigneten Geschäftsmodellen haben noch Aufholbedarf in den Unternehmen“ – und ein Geschäftsmodell kommt nicht ohne die Kundenperspektive aus.

Mit Kreativitaet neue Maerkte erreichen

Macht die Kunst sich zum Diener des Kommerz? Mit Recht löst die zunehmende Kommerzialisierung der Kunst in Teilen der Kultur- und Kreativwirtschaft ein großes Misstrauen aus. Die Option, Kunst und Kultur als Ware zu sehen, hebelt an einem Grundbedürfnis der Kultur- und Kreativwirtschaft: die Unabhängigkeit. Interessen der Abnehmer, die dem kreativen Produkt den Stempel der eigenen Interessen aufzudrücken wollen, erregen Widerstand.

Allerdings ist das Phänomen nicht neu, so stellte schon Mondrian sinngemäß fest, dass die Kunst für das Geld streng zu unterscheiden sei von der Kunst für die Kunst. Das wofür er letztendlich bekannt geworden ist, ist die Kunst für die Kunst. Ist es also eher eine Sache, wie Kreativschaffende sich neben der Kunst für’s Geldverdienen auch noch den Freiraum für die „wirkliche“ Kunst schaffen? Eine Gratwanderung, die die Wenigsten schaffen.

Also doch einen Blick darauf werfen, mit welchen (neuen) Vorgehensweisen mit dem eigentlichen künstlerischen Produkt neue Märkte erreicht werden können? Heißt das für die Kultur- und Kreativwirtschaft in gewissem Umfang eine „neue Sprache“ zu lernen? Die Sprache der Betriebswirtschaft, die Sprache der BankDie Ideenmacherer und des Marketing und vielen anderen?

Wie immer in Übergängen und Veränderungen geht es wahrscheinlich vor allem darum, die Regeln der Anderen zu kennen und dann zu entscheiden, was angenommen, was angepasst werden muss und was überhaupt nicht zutrifft.

Gedanken dazu machen sich „Die Ideenmacher“.

Woher, wohin mit der Creative Industry?

Wo ist sie eigentlich, die „Branche“ der Kultur- und Kreativwirtschaft? Wenn man sich die in der Definition enthaltenen Unternehmen im Kulturwirtschaftsbericht der Bundesregierung von 2009 anschaut, dann merkt man schnell, dass man permanent mit Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft zu tun hat – diese nur bewusst nicht in diese Ecke gesteckt hat. Der Drucker für die Visitenkarten, die Werbeagentur für den neuen Logoentwurf. Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft also Unternehmen wie jedes andere?

Wohl nicht ganz. Auch wenn jede Branchendefinition immer wieder ein Zahlenexperiment ist, gibt es doch im Kern eigene Spielregeln und Dynamiken, die sich von anderen Branchen unterscheiden. So auch in der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Konferenz Überleben in den Creative IndustriesEin Thema ist hier das Überleben (s. Konferenz „Überleben in den Creative Industries, November 2009, Prater, Berlin). Oder Überlebensstrategien? Spitze Zungen könnten behaupten „Darum geht es in der Automobilindustrie auch!“ Die Frage ist nur: Wer von beiden ist zukunftsorientierter? Und da braucht die Kultur- und Kreativwirtschaft den Vergleich nicht zu scheuen. Das Bewusstsein für die Zukunftsfelder dieser Branche scheint sich aber gerade erst zu entwickeln. Innerhalb und außerhalb der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Sind wir also gespannt, welche Strategien, Herangehensweisen und auch welche Sprache sich bei der Erschließung der Zukunft weiter entwickeln werden.

Auf jeden Fall ist spürbar: Das Feld ist auf dem Weg zu einem neuen Selbstbewusstsein – und das ist gut so.